Das Lehnswesen im Mittelalter
Klasse 7 · Geschichte · 2:54 Min.
- Stände im Mittelalter und Lehnswesen (Stände im Mittelalter und Lehnswesen)
- Von der Antike zum Mittelalter (Von der Antike zum Mittelalter)
Das Wichtigste
- Der König verlieh Lehen. Die Vasallen schuldeten ihm dafür Treue und Kriegsdienst.
- Kronvasallen verliehen Land weiter an Untervasallen, meist Ritter.
- Die Bauern waren keine Vasallen. Sie leisteten ihrem Grundherrn Abgaben und Dienste.
Alles zum Nachlesen
Wie regiert ein König ein riesiges Reich ohne Autos, ohne Telefon und fast ohne Geld?
Im Mittelalter half dabei das Lehnswesen. Schauen wir uns an, wie es funktioniert hat.
Ein König besaß viel Land, aber wenig Geld. Trotzdem brauchte er Krieger und Helfer, die das Reich verwalten und verteidigen.
Also gab er einem Gefolgsmann Land zur Nutzung. Dieses geliehene Land heißt Lehen, der Empfänger heißt Vasall.
Der Vasall schwor seinem Lehnsherrn Treue und versprach Kriegsdienst. Im Krieg musste er mit Kämpfern zum König kommen.
Der Lehnsherr versprach dafür, seinen Vasallen zu schützen.
Das Land gehörte eigentlich weiter dem Lehnsherrn. Mit der Zeit wurden viele Lehen aber vererbt.
Dieses Geben und Nehmen gab es auf mehreren Stufen. Man stellt es oft als Pyramide dar. Ganz oben steht der König.
Er vergab Lehen an die Mächtigsten im Reich: Herzöge und Grafen, aber auch Bischöfe und Äbte. Sie heißen Kronvasallen.
Die Kronvasallen verliehen Teile ihres Landes weiter. So wurden sie selbst zu Lehnsherren.
Ihre Vasallen heißen Untervasallen. Das waren meist Ritter. Auch sie schuldeten Treue und Kriegsdienst.
Ganz unten stehen die Bauern. Sie waren die allermeisten Menschen im Mittelalter.
Die Bauern waren aber keine Vasallen. Sie bekamen kein Lehen, sondern bearbeiteten das Land ihres Grundherrn.
Dafür mussten sie Abgaben und Dienste leisten, etwa einen Teil der Ernte abgeben. Der Grundherr bot ihnen Schutz.
Lehen und Schutz gehen also von oben nach unten, Treue und Dienste von unten nach oben.
Spielen wir das an einem ausgedachten Beispiel durch. Oben steht wieder der König.
Er gibt Herzog Konrad ein großes Gebiet als Lehen. Konrad schwört ihm Treue.
Konrad verleiht einen Teil davon an Ritter Heinrich, der dort eine Burg baut.
Die Bauern im Dorf bestellen Heinrichs Felder und geben ihm einen Teil der Ernte.
Dann ruft der König zum Krieg. Konrad kommt mit seinen Rittern, auch mit Heinrich. So hat der König ein Heer, ohne Sold zu zahlen.
Fassen wir zusammen.
Der König verlieh Lehen. Die Vasallen schuldeten ihm dafür Treue und Kriegsdienst.
Kronvasallen verliehen Land weiter an Untervasallen, meist Ritter.
Die Bauern waren keine Vasallen. Sie leisteten ihrem Grundherrn Abgaben und Dienste.
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