Indirekte Rede mit dem Konjunktiv I
Klasse 8–9 · Deutsch · 3:22 Min.
- Konjunktiv 1 & 2 (Konjunktiv 1 & 2)
- Indirekte Rede (Indirekte Rede)
- Indirekte Rede und Modalität (Indirekte Rede und Modalität)
- Konjunktiv (Konjunktiv)
Das Wichtigste
- Die direkte Rede gibt das Gesagte wörtlich wieder, in Anführungszeichen.
- Die indirekte Rede gibt eine Aussage wieder, und das Verb steht im Konjunktiv eins.
- Den Konjunktiv eins bildest du aus dem Stamm und einer Endung mit e, zum Beispiel er komme.
- Ist er nicht eindeutig, nimmst du den Konjunktiv zwei oder die würde-Form.
- Vergiss nicht, die Pronomen und die Orts- und Zeitangaben anzupassen.
Alles zum Nachlesen
Du schreibst einen Zeitungsartikel. Wie gibst du wieder, was jemand gesagt hat, ohne wörtlich zu zitieren?
In diesem Video lernst du die indirekte Rede mit dem Konjunktiv eins. Damit gibst du Aussagen neutral wieder.
In der direkten Rede steht das Gesagte wörtlich da, mit Doppelpunkt und Anführungszeichen.
In der indirekten Rede gibst du es wieder. Die Anführungszeichen fallen weg, ein Komma trennt die Sätze.
Das Verb steht im Konjunktiv eins. Er zeigt: Das ist nicht meine Aussage, ich berichte nur, was jemand gesagt hat.
Den Konjunktiv eins bildest du aus dem Stamm des Infinitivs. Bei kommen ist der Stamm komm.
An den Stamm hängst du Endungen, die fast alle ein e enthalten: du kommest, er komme, ihr kommet.
Am wichtigsten ist die dritte Person. Hier unterscheidet er sich klar vom Indikativ: komme statt kommt.
Eine Ausnahme ist das Verb sein. Hier heißt es: er sei, sie seien.
Auch haben und werden brauchst du oft: er habe, er werde.
Bei wir und sie im Plural ist der Konjunktiv eins gleich wie der Indikativ. Dann erkennt man die indirekte Rede nicht.
Deshalb weichst du auf den Konjunktiv zwei aus. Aus sie kommen wird sie kämen.
Bei regelmäßigen Verben gleicht aber auch der Konjunktiv zwei dem Präteritum, etwa bei sie sagten.
Dann nimmst du die würde-Form, also würde plus Infinitiv: sie würden sagen.
Die Reihenfolge ist also: Konjunktiv eins, dann Konjunktiv zwei, und erst dann die würde-Form.
Beim Wiedergeben spricht jemand anderes. Tim sagt: Ich habe meinen Ball verloren.
Lea erzählt es weiter. Aus ich wird er, aus meinen wird seinen, und habe steht im Konjunktiv eins.
Auch Orts- und Zeitangaben passt du an. Aus heute wird zum Beispiel an diesem Tag, aus hier dort.
Mit dass rutscht das Verb ans Ende: dass er seinen Ball verloren habe.
Jetzt eine Zeitungsmeldung. Die Bürgermeisterin sagte: Das neue Schwimmbad wird im Mai eröffnet.
In der Zeitung steht: Das Schwimmbad werde im Mai eröffnet. Werde ist Konjunktiv eins.
Weiter sagte sie: Ich freue mich sehr auf die Eröffnung.
Aus ich wird sie, aus mich wird sich. Freue ist Konjunktiv eins, der Indikativ wäre freut.
Zum Schluss sagte sie: Viele Familien warten schon lange auf das Bad.
Warten wäre gleich wie der Indikativ, warteten gleich wie das Präteritum. Also nimmst du die würde-Form.
Fassen wir zusammen.
Die direkte Rede gibt das Gesagte wörtlich wieder, in Anführungszeichen.
Die indirekte Rede gibt eine Aussage wieder, und das Verb steht im Konjunktiv eins.
Den Konjunktiv eins bildest du aus dem Stamm und einer Endung mit e, zum Beispiel er komme.
Ist er nicht eindeutig, nimmst du den Konjunktiv zwei oder die würde-Form.
Vergiss nicht, die Pronomen und die Orts- und Zeitangaben anzupassen.
Jetzt bist du dran!